29. Juli 2018

April 1918

Ugny le Gay. Mein Großvater ganz oben.

Ugny le Gay. Mein Großvater ist der Fünfte von links.
Ugny le Gay. Mein Großvater ist vermutlich auch hier der Fünfte von links.




















Montag, 1. April 1918
Marschierte morgens mit meinem Trupp über La Neuville - Ugny le Riez Guivry bis zur Ferme le Etang de Beuf zwei Kilometer östlich Bourgois. Hatte hier ein Gestänge mit Feldkabeldoppelleitung zu bauen (3/4 km), bis zu einem bestehenden englischen Gestänge und dann von diesem die entzweigeschossenen Felder auszubessern. Kam damit bis nach Guivry und marschierte um 3:00 Uhr von hier ab nach Gugny zurück.

Dienstag, 2. April
Fällte heute im Walde bei Ugny Stangen.

Mittwoch, 3. April
Verankerte das Gestänge von La Neuville nach Gugny.

Donnerstag, 4. April
Legte an dem Gestänge la Neuville – Gugny insgesamt 14 km Draht aus.

Freitag, 5. April
Heute an demselben Gestänge wie gestern 11 km Draht ausgelegt.

Sonnabend, 6. April
Ging mit acht Mann nach La Neuville und zog von hier am Permanent-Gestänge eine Armeekabeldoppelleitung nach Gugny.
Ein französischer Flieger griff einen deutschen Fesselballon an und schoß ihn ab. Der Beobachter rettete sich durch den Fallschirm, während der Ballon brennend abstürzte.

Sonntag, 7. April
Hatte heute noch circa 9 km Draht auszuziehen. War dadurch etwas zeitiger als sonst im Quartier, doch war es nicht von Vorteil, denn gegen 6:00 Uhr mußte ich mit ein paar Mann wieder fort, in Gugny Leitungen umzuschalten und fehlende Felder auszubessern. Eine Arbeit, die bis nach 8:00 Uhr dauerte.

Montag, 8. April
Zog von La Neuville zwei Doppelleitungen. Eine bis Riez de Gugny, für die dort liegenden Luftschiffer und eine bis zur Nähe unseres Quartiers, für unseren Doppelzug. Abends mußten wir Unteroffitiere unser Zimmer räumen, Für Offiziere einer Kolonne. Zogen beim Leutnant auf den Boden. Seitdem wir hier in diesen Ort liegen, sind wir nun gerade oft genug umgezogen. Erst unten auf der Ferme, wo die Pferde sich befanden, mußten wir den Kriegern weichen. Ein Zimmer nach dem anderen hergeben müssend und schließlich auf dem Boden landend, zogen wir in die Nähe der Schreibstube und jetzt sind wir wieder auf dem Boden gelandet. Für Unteroffiziere und Mannschaften ist ja jeder Schweinestall gut genug, wenn nur die Herren Offiziere jeder ein oder mehrere Zimmer haben.

Dienstag, 9. April
Heute sollte Ruhetag sein. Hatten auch Ruhe, bis gegen 10:00 Uhr. Um diese Zeit kam die Nachricht, daß unser Doppelzug sämtliche Quartiere zu räumen habe. Nun ging es ans Packen und um 2:00 Uhr marschierten wir ab über La Neuville nach Ugny le Gay. Bezogen hier Quartier, mußten uns dieselben erst ausbauen. Hatten aber immerhin ein Dach über den Kopf, während unsere Fahrer mit den Pferden biwakieren mußten.

Mittwoch 10. April
Von einem alten französischen Gestänge ließ ich heute die Stangen ausgraben, um sie für ein neues Gestänge zu gebrauchen. Kam mit dem Ausgraben bis hinter Guivry.

Donnerstag, 11. April
Blieb heute in Ugny und ließ Pferdeställe ausbauen.

Freitag, 12. April
Ging heute wieder Stangen ausgraben, von Guivry bis Buchvire.

Sonnabend, 13. April
Blieb heute im Quartier in Ugny le Gay.

Sonntag, 14. April
Setzte 31 Stangen für das am Westausgang von Ugny beginnende Gestänge, welches bis nach Beaugies und dann weiter nach Buchvire gehen soll.

Montag, 15. April
Unteroffizier Walb setzte heute Stangen und ich begann mit der Verankerung des Gestänges.

Dienstag, 16. April
Verankerte heute das Gestänge weiter und kam bis über Guivry hinaus.

Mittwoch, 17. April
Setzte die letzten Anker bis zur Station in Beaugies.

Donnerstag, 18. April
Als Unteroffizier vom Dienst in Ugny geblieben.

Freitag, 19. April
Von dem vom Westausgang von Ugny nach Guivry gehenden englischen Gestänge bauten wir sämtlichen Bronzedraht und auch die englischen Holzquerträger ab. Dafür sollen deutsche Querträger und Eisendraht angebracht werden.
Das Wetter war ganz miserabel. Starker Wind erzeugte eine große Kälte und es fing sogar an zu schneien. Als ich ins Quartier kam, hatte ich Fieber und Schüttelfrost und mußte mich gleich ins Bett legen.

Sonnabend, 20. April
Ging heute zum Arzt, der bei mir Grippe feststellte und mir einen Tag Schonung verschrieb.
Fühlte mich auch heute wieder ganz wohl.

Sonntag, 21. April
Ging heute noch nicht mit zum Bau.

Montag, 22. April
An dem Gestänge vom Westausgang Ugny le Gay in Richtung Guivry ließ ich zwei Doppelleitungen ziehen. Insgesamt circa 6 km.

Dienstag, 23. April
Hatten heute keinen Bau. Die Mannschaften mussten ihre Wäsche waschen und nachmittags war eine Stunde Exerzieren.

Mittwoch, 24. April
An dem Gestänge Ugny le Gay nach Guivry hatte ich drei Querträger auszuwechseln und durch stärkere zu ersetzen.

Donnerstag, 25. April
Um 8:00 Uhr vormittags standen wir marschbereit, aber erst um ½ 2 Uhr nachmittags marschierten wir ab, über Villequier – Anmont – Vouel – Tergnier – Fargnier – La Fere – Danizy nach Pout a Bucy und bezogen hier Quartier.

Freitag, 26. April
Um 8:00 Uhr marschierten wir weiter über Remies – Assis – Pouilly sur Serre – Crecy sur Serre nach Mortiers und bezogen eine große Scheune als Massenquartier.

Sonnabend, 27. April
Bezogen heute die leerstehenden Fliegerbaracken, da wir längere Zeit hier bleiben sollen. Kaum waren wir umgezogen, als die Nachricht kam, daß es Morgen wieder weiter ginge.

Sonntag, 28. April
Um 9:00 Uhr war Abmarsch über Dercy – Toulis – Antremencourt – Cuirieux – Goudelancourt – Bucy les Pierrepont – Boncourt nach Lappion und bezogen hier Quartier.

Montag, 29. April
Hatten heute Ruhe – Baden und Entlausung. Abends waren wir Unteroffiziere gemütlich auf unserer Stube zusammen, als die Nachricht kam, daß Vizewachtmeister Klingelhöfer von uns fort kommt und Sergeant Albrecht vorläufig die Wachmeistergeschäfte führt.

Dienstag, 30. April
Die Mannschaften hatten nur Innendienst. Abends hatten wir Unteroffiziere auf meiner Stube eine kleine Walpurgisfeier. Hatten uns dazu eine Waldmeisterbowle angesetzt, auch noch eine Flasche Schnaps gekauft und in gemütlicher Stimmung verlief der Abend. Um 12:00 Uhr wurde der 1. Mai mit dem Liede „Der Mai ist gekommen“ begrüßt und 2:00 Uhr war vorüber, als wir uns trennten und zur Ruhe begaben.

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